Zwei Drucker, die beide mit Klipper laufen – da lag die Idee nahe: Wenn die Drucker sowieso über Moonraker erreichbar sind, warum nicht direkt in Home Assistant einbinden? Genau das habe ich gemacht, und es hat meinen Druck-Workflow komplett verändert.
Moonraker – die Brücke zwischen Drucker und Smart Home
Beide Drucker – der Elegoo Neptune 4 Pro und der Snapmaker U1 – laufen mit Klipper. Und Klipper bringt Moonraker mit, eine API, die den Drucker über das Netzwerk steuerbar macht. Home Assistant hat eine Moonraker-Integration, die im Prinzip alles nach Hause holt: Druckstatus, Fortschritt, Temperatur, Dateiname – alles, was man sonst in Fluidd oder Mainsail nachschauen muss, steht direkt im Dashboard.
Die Einrichtung ist einfach: Moonraker-Integration in Home Assistant hinzufügen, IP-Adresse des Druckers eintragen, fertig. Innerhalb von Minuten hat man alle Sensoren und Entitäten im System.
Das 3D-Drucker-Dashboard – alles auf einen Blick
Aus diesen Daten habe ich mir ein eigenes Dashboard gebaut. Auf einen Blick sehe ich jetzt:
- Druckfortschritt – Wie viel Prozent sind bereits gedruckt?
- Startzeitpunkt – Wann habe ich den Druck gestartet?
- Restzeit – Wie lange dauert es noch?
- Temperaturen – Düse, Heizbett, Gehäuse – alles live.
Kein Einschalten des Rechners mehr, kein Fluidd öffnen, nur um zu schauen, wie weit der Druck ist. Ein Blick aufs Handy, und ich weiß Bescheid.
Druckkosten – automatisch berechnet
Das ist der Teil, der mich am meisten begeistert. Home Assistant berechnet mir mit den Sensoren aus Moonraker und dem Shelly-Relais automatisch die Druckkosten. Dabei wird alles berücksichtigt:
- Stromverbrauch – über den Shelly direkt gemessen
- Filament-Verbrauch – wie viel Material ist durch die Düse gelaufen
- Druckzeit – wie lange der Drucker gelaufen ist
- Verschleißpauschale – ein kleiner Aufschlag für Abnutzung von Düse, Heizbett und Co.
Das Ergebnis: Ich sehe direkt, was mich ein Druck gekostet hat – nicht nur geschätzt, sondern berechnet aus echten Daten. Und das Beste daran? Home Assistant schickt mir das per Push-Benachrichtigung aufs Handy. Druck fertig, Benachrichtigung da, Kosten im Blick.
Automatisches Abschalten – aber sicher
Ein weiteres Automatisierungs-Feature, das mir wichtig war: Druck fertig → Drucker aus. Aber nicht einfach den Strom kappen, wenn der Druck durch ist. Warum? Weil die Düse dann noch auf über 200 °C ist. Schaltet man den Drucker in diesem Moment ab, stoppt der Lüfter, das Restmaterial in der Düse verkohlt, und im schlimmsten Fall verstopft sie.
Also habe ich die Automatisierung so gebaut: Home Assistant erkennt, dass der Druck fertig ist, und wartet, bis die Düsentemperatur unter einen sicheren Wert gefallen ist. In der Zeit kühlt der Lüfter weiter. Erst wenn die Düse abgekühlt ist, schaltet der Shelly den Drucker komplett ab. Kein manuelles Eingreifen, kein Risiko – und kein unnötiger Stromverbrauch über Nacht, weil man vergessen hat, den Drucker auszuschalten.
Erst der Anfang
Mein aktuelles Setup ist für mich ein solider Start, mit dem ich gut arbeiten kann. Aber Home Assistant bietet in Kombination mit 3D-Druckern noch deutlich mehr Möglichkeiten: Webcam-Integration, Steuerung von Beleuchtung im Druckerraum, Benachrichtigungen bei Fehldrucken, automatische LED-Anzeigen für den Druckstatus – die Liste ist lang. Die Möglichkeiten sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. 😄
Wenn du selbst Home Assistant laufen hast und Klipper-Drucker nutzt: Die Moonraker-Integration ist in unter zehn Minuten eingerichtet. Und wenn du dann erst mal die Sensoren im System hast, fängst du fast automatisch an, Automatisierungen zu bauen. Vertrau mir.