Start Über mich Richtwert Materialien Geräte Blog Kontakt Datenschutz Impressum

Drucker-Umbauten

Shelly-Smart-Relais, Input Shaper und ein zusätzlicher Lüfter – was ich an meinen Druckern verändert habe und warum.

Ein 3D-Drucker aus der Box ist ein guter Start – aber wer wirklich druckt, weiß: Irgendwann reicht es nicht mehr. Man will mehr Kontrolle, mehr Präzision, mehr Zuverlässigkeit. Und genau da fangen die Umbauten an. Bei mir waren es diesmal zwei Drucker, die etwas Liebe gebraucht haben.

Elegoo Neptune 4 Pro – smart und schneller

Der Neptune 4 Pro ist ein solider Drucker – aber zwei Dinge haben mich gestört: Ich konnte ihn nicht bequem ein- und ausschalten, und ich wollte wissen, wie viel Strom er eigentlich zieht. Also rein mit dem Shelly. Genauer gesagt: einem Shelly-Smart-Relais, das ich direkt in den Drucker eingebaut habe. Damit schalte ich den Neptune jetzt per App oder Automatisierung an und aus – und sehe gleichzeitig den Stromverbrauch in Echtzeit. Kein Bücken mehr zum Schalter hinten am Netzteil.

Der zweite Umbau betrifft die Druckqualität: Ich habe einen Beschleunigungssensor verbaut – einen ADXL345 –, um Input Shaper in Klipper zu nutzen. Wer Klipper fährt und noch keinen Input Shaper aktiviert hat: Mach es. Der Unterschied ist massiv. Vibrationen in der Druckbewegung werden kompensiert, die Druckgeschwindigkeit geht hoch, und die Qualität bleibt trotzdem sauber. Kein Geisterbild mehr, kein Ringing bei schnellen Fahrten.

Snapmaker U1 – kühler Kopf, ruhigere Schritte

Der Snapmaker U1 hat denselben Shelly-Umbau bekommen wie der Neptune – auch hier wollte ich die An- und Ausschaltung per App steuern und den Stromverbrauch im Blick haben. Soweit, so gleich.

Aber der Snapmaker hatte noch ein anderes Problem: Die Schrittmotoren sind im Originalzustand heiß geworden. Ich rede von ca. 85 °C – das ist nicht nur unangenehm zum Anfassen, das ist auf Dauer auch nicht gut für die Lebensdauer der Motoren und die Präzision der Schritte. Also habe ich einen zusätzlichen Lüfter eingebaut, der gezielt auf die Schrittmotoren bläst.

Das Ergebnis: Statt 85 °C laufen die Motoren jetzt bei ca. 45–55 °C. Das ist ein Unterschied, den man nicht nur misst, sondern auch spürt. Damit der Zusatzlüfter aber nicht die ganze Zeit mitläuft und unnötig Lärm macht, habe ich ihn an den Netzteil-Lüfter angeschlossen. Das heißt: Wenn das Netzteil läuft, läuft der Lüfter mit. Wenn der Drucker im Standby ist oder sich ausschaltet, schaltet sich der Lüfter automatisch mit ab. Kein unnötiger Lärm, kein manuelles Schalten – alles regelt sich von selbst.

Warum ich umbaue – und warum nicht jeder es tun muss

Umbauten sind nichts, was man machen muss. Ein Drucker funktioniert auch ohne Shelly und ohne Input Shaper. Aber wenn man – so wie ich – täglich druckt und den Drucker in den eigenen Workflow integrieren will, dann machen diese kleinen Änderungen einen echten Unterschied. Ich schalte den Neptune morgens per Automatisierung ein, und er ist warm, wenn ich den ersten Druck starte. Ich sehe auf einen Blick, ob ein Druck noch läuft oder schon fertig. Und die Motoren vom Snapmaker halten länger, weil sie nicht mehr kochen.

Wenn du selbst überlegst, ob sich ein Umbau lohnt: Überlege dir, was dich am meisten stört – und fang genau da an. Man muss nicht alles auf einmal umbauen. Ein Shelly kostet nicht viel und macht den Alltag spürbar bequemer. Und Input Shaper ist bei Klipper sowieso einen Blick wert.